Unser Tipp für Sie
In den letzten Wochen wurden wir überhäuft von Kommentaren, Verhaltensregeln und Spekulationen, wie wir die Corona-Krise bewältigen. Da tut es gut auch mal innezuhalten und anderen Gedanken zu folgen. Anregend wirken die Geschichten von Judith Schalansky in „Verzeichnis einiger Verluste“. Egal, ob wir über untergegangene Südsee-Atolle, ausgestorbene Tiere, verschollene Kunstwerke oder abgerissene Bauten, wie den Palast der Republik lesen, die Autorin erzählt uns dies feinsinnig, vielschichtig und in jeweils angemessenem Tonfall. Ob als Essay,
Glosse oder Bericht – sie erschafft ein Panoptikum von verschwundenen Dingen und macht Staunen.
Mein Tipp: Lesen - Innehalten - nochmals Lesen: immer ein Genuss!
Beschreibung
Wie groß ist der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit, wie nah liegen Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinander? Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind - mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. Ausgehend von verschwundenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft Judith Schalansky mit erzählerischer Kraft ein Verzeichnis des Verschollenen. Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.
Über Judith Schalansky
Informationen zu Judith Schalansky auf suhrkamp.de