Unser Tipp für Sie
Ruth Lember, Mitte 50, führt ein sorgenfreies Leben. Als Philosophie-Professorin setzt sie ihrer Karriere mit der Berufung in den Deutschen Ethikrat das "i-Tüpfelchen" auf. Die Ehe mit ihrem Mann verläuft unaufgeregt-harmonisch. Mit dem Auftauchen eines "alten Freundes" aus Studientagen werden unerwartet Ereignisse aus Ruths Vergangenheit als Öko-Aktivistin in den 80er-Jahren an die Oberfläche gespült. Diese hatte Ruth für sich längst "ad acta" gelegt, jetzt aber bringen sie sie zunehmend aus dem Gleichgewicht. Die ungewollte Veröffentlichung von Details dieser lange zurückliegenden Aktivitäten zwingen Ruth zu einer Standortbestimmung: Wo ist sie mit all ihrem Gut- und Wahr- und Aufrichtig-sein-Wollen hingekommen?
Ulrich Woelk konfrontiert den Leser in seinem Roman "Mittsommertage" mit sehr aktuellen Fragestellungen: Unter welchen Umständen sind ziviler Widerstand und sogar Sabotage legitim? Beinhalten auch noch so hehre Anliegen eine Generallizenz zum Begehen von Straftaten? Durch seinen distanziert-beobachtenden Stil enthält sich Woelk jeglicher Bewertung und zwingt den Leser, eigene Standpunkte zu hinterfragen.
Ein Tipp von Thomas Mahlert
Beschreibung
DAS LEBEN EINER ERFOLGREICHEN FRAU - INNERHALB EINER WOCHE VÖLLIG AUF DEN KOPF GESTELLT Ruth Lember, Professorin in Berlin, soll in den Deutschen Ethikrat berufen werden. Sie scheint am Gipfel ihrer bisherigen Laufbahn. Aber ein Zwischenfall bei ihrer morgendlichen Joggingrunde erweist sich als Auftakt einer ganzen Reihe irritierender Ereignisse. Innerhalb von einer Woche in der sommerlich heißen Stadt gerät Ruths Leben völlig aus dem Takt. Ulrich Woelk erzählt in "Mittsommertage" die spannende Geschichte einer Frau, die sich neu erfinden muss. Ruth Lember, Ethikprofessorin in Berlin, steht kurz vor der Krönung ihres bislang so erfolgreichen Berufslebens: Sie soll Mitglied des Deutschen Ethikrats werden. Nichts scheint in diesem Sommer 2022 ihre Zukunft zu trüben: Ben, ihr Mann, gewinnt einen Architekturwettbewerb, ihre Ziehtochter Jenny studiert Kommunikation in Leipzig, und die Corona-Pandemie flaut endlich ab. Dass Ruth bei ihrer morgendlichen Joggingrunde von einem nicht angeleinten Hund gebissen wird, scheint da nur ein störendes Missgeschick zu sein. Aber tatsächlich schwelt die Wunde weiter, und das Ärgernis wird unerwartet zum Auftakt einer ganzen Reihe von Ereignissen, die Ruths Leben zunehmend in Frage stellen. Ein Freund aus der Vergangenheit taucht auf und erinnert sie nicht nur an ihre einstige Liebe, sondern auch an einen nie geahndeten Anschlag der früheren Umweltaktivistin. Niemand sonst, auch nicht Ben und Jenny, weiß von Ruths politischer Vergangenheit, die, sollte sie bekannt werden, sowohl ihre Karriere als auch ihre Ehe aus der Bahn zu werfen droht. Doch genau darauf scheint der Lauf der Dinge jetzt beinahe zwingend zuzusteuern. Dicht, anschaulich und spannend erzählt Ulrich Woelk in seinem neuen Roman von einer einzigen Woche im Mittsommer in Berlin, die ein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen vermag. Eine Ethikprofessorin, die auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird Ein dicht, anschaulich und spannend erzählter Roman aus der unmittelbaren Gegenwart Können wir unsere Lebensentscheidungen je ganz verstehen?
Über Ulrich Woelk
Ulrich Woelk lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er studierte Physik und Philosophie. Sein erster Roman, "Freigang", erschien 1990. Zuletzt veröffentlichte er die Romane "Der Sommer meiner Mutter" (C.H.Beck, 2019), der auf der Longlist des Deutschen Buchpreises stand und in mehrere Sprachen übersetzt wurde, und "Für ein Leben" (C.H.Beck 2021), für den er den Alfred-Döblin-Preis erhielt.